Eigenes Zimmer Mag ist das erste Online-Magazin, das von ausschließlich neurodiversen Menschen gegründet wurde. Zusammen haben wir fünf Kinder, davon vier mit Behinderungen. Wir sind afrodeutsch, postmigrantisch und alman. Wir lieben queer und leben in unterschiedlichsten Familienkonstrukten.

Die Autorinnen

Illustration von Anne, sie guckt geradeaus.

Anne Dittmann - Initiatorin, Gestalterin und Co-Gründerin

Ich schreibe als freie Journalistin und Autorin immer mit einer diskriminierungssensiblen und intersektional-feministischen Haltung über Gewalt an Frauen, Nachhaltigkeit, Elternschaft, Neue Rechte und prekäre Lebenssituationen. Meine Texte erschienen bisher bei Brigitte, Brigitte Woman, Be Green, Guido, Welt, taz, Berliner Kurier, Berliner Zeitung und Instagram.

Hier gehts zu meiner Portfolio-Webseite.

Illustration von Jasmin. Sie guckt geradeaus. Der Hintergrund ist gelb.

Jasmin Dickerson - Co-Gründerin

Ich schreibe auf dem Blog Kaiserinnenreich und als freie Autorin. Interviews mit mir gibt es beim Veto Magazin und beim Podcast "Bullshit Bingo". Texte von mir sind in den Büchern "I'm a Nurse" von Franziska Böhler und Jarka Kubsova , "Team F - Feminismus einfach leben" von Julia Möhn, Wiebke Harms und Liske Jaax , "Bis eine* weint"  von Nicole Noller und Natalie Stanczak (Faces of Moms) sowie dem Vice Magazin veröffentlicht. 

Ich arbeite zudem noch in einem Modellprojekt für Nichtdiskriminierung in der Öffentlichkeitsarbeit . Viele Texte kannst du auch bei Instagram finden

Illustration von Eszter. Sie guckt geradeaus. Der Hintergrund ist gelb.

Eszter Jakab - Co-Gründerin

Ich schreibe auf dem Blog Kaiserinnenreich und bin ich als freie Autorin tätig. Meine Themen sind Inklusion, Leben mit Behinderung und Pflege, intersektionaler Feminismus, soziale Gerechtigkeit und Politik. Meine Texte und Interviews erschienen bisher in Edition F, Veto Magazin, Enorm Magazin und diversen Podcasts. Meine Inhalte findet man auch auf Instagram.

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Der Raum

"Fünfhundert (Pfund) im Jahr und ein eigenes Zimmer" seien die Voraussetzungen dafür, dass auch Frauen große Kunst wie zum Beispiel Literatur produzieren, schreibt die britische Schriftstellerin und Feministin Virginia Woolf 1929 in ihrem Essay Ein Zimmer für sich allein (/Ein eigenes Zimmer). Sie bedeuten: Unabhängigkeit. Der Essay ist heute so aktuell wie damals und hat dieser Webseite zu ihrem Namen verholfen. Wir möchten Woolfs Gedanken fortführen:

 

Im Spätkapitalismus des 21. Jahrhunderts leben die meisten Menschen immer noch nicht selbstbestimmt. Natürlich gibt es einen Unterschied zu vor 100 Jahren: Woolf beschreibt in ihrem Essay Schilder neben Rasenflächen im Bereich einer Universität, auf denen steht, dass Frauen den Rasen nicht betreten dürfen. Solche Schilder sehen wir zumindest in Europa heute nicht mehr. Im Gegenteil: Das Deutsche Grundgesetz sagt, dass niemand aufgrund "seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden" darf. Und trotzdem erleben wir weiterhin Sexismus, Misogynie, Ableismus, Rassismus, Homo- und Transphobie, Klassismus, Islamfeindlichkeit, Antisemitismus ...

 

Wir erleben sie und wir können sie benennen:

  • In Form von unbezahlter Reproduktionsarbeit, Altersarmut von Frauen, #MeToo-Kampagnen, Alleinerziehenden, die besonders häufig an Armut, Depressionen und Burnout betroffen sind.

  • Wir erleben sie in Form von Stigmatisierung - zum Beispiel gegenüber behinderten Menschen. Auch erfahren behinderte Menschen und ihre pflegenden Angehörigen immer wieder Barrieren - zum Beispiel fehlende Fahrstühle in öffentlichen Gebäuden oder Bahnstationen für Menschen in Rollstühlen, fehlende behindertenfreundliche Arbeitsstrukturen und fehlende bürokratische und tatkräftigeUnterstützung für pflegende Eltern.

  • Wir erfahren sie, wenn wir uns die Zahlen zur sehr kurzen Lebenserwartung von schwarzen Trans-Frauen in Amerika (aufgrund von Gewaltverbrechen, Arbeits- und Obdachlosigkeit - oder, wenn man weiter denkt: aufgrund von Hass und Vorurteilen) anschauen. Sie ist etwa halb so hoch wie die Lebenserwartung einer*s Durchschnittsamerikaners*in (Inter-American Commission on Human Rights) - für Deutschland gibt es keine Zahlen.

  • In Form von Kindern, die geringere Chancen auf Bildung und gesellschaftliche Teilhaben erhalten, weil ihre Eltern (oder der alleinerziehende Elternteil) von Armut betroffen sind/ist.

Diskriminierung bedeutet oft nicht nur, dass ein Privileg nicht gegeben ist. Diskriminierung bzw. Mehrfachdiskriminierungen können sich zu einem negativen Strudel gesellschaftlicher Ausgrenzung und psychischer Belastung ​entwickeln. Nein, die von Woolf beschriebenen Schilder, die bestimmte Menschen ausschließen, sehen wir nicht mehr. Aber das bedeutet nicht, dass alle Menschen überall willkommen sind.

Darum gilt: Das Private ist weiterhin politisch. Und insbesondere das marginalisierte Private braucht Raum, um gesehen, gehört, miterlebt zu werden. Das hier soll nicht nur unser Raum, unser "eigenes Zimmer" werden, sondern auch anderen ein Zimmer und eine Plattform bieten. Feminist*innen sind immer auch Allies - nach ihren Möglichkeiten und Privilegien.

 

Somit ist diese Seite ein "Eigenes Zimmer", in dem Marginalisierte sich politisieren können, Solidarität, Information, Wut, Inspiration und Strategien finden, um ihr Leben in ihrer ganz eigenen Situation möglichst gut zu gestalten und um eine Form zu finden, sichtbar zu werden. Und Raum einzunehmen. Herzlich willkommen.